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Podcast
Borreliose
Unterschätzte Gefahr oder überdiagnostizierte Erkrankung? Borreliose ist in der Pferdewelt ein viel diskutiertes Krankheitsbild. Dabei beginnt die Schwierigkeit schon bei der Diagnose: Borrelien können sehr unterschiedliche und unspezifische Symptome verursachen – gleichzeitig sind klinische Erkrankungen beim Pferd vergleichsweise selten. Ein positiver Antikörpertest zeigt zunächst lediglich, dass das Pferd irgendwann Kontakt mit dem Erreger hatte. Er beweist weder eine aktuelle Infektion noch, dass bestehende Beschwerden tatsächlich durch Borrelien verursacht werden. In dieser Folge erklären Professor Karsten Feige und Dr. Frederik Heun von der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wie Borrelien durch Zecken übertragen werden und warum der Faktor Zeit dabei eine entscheidende Rolle spielt. Sitzt eine Zecke weniger als zwölf Stunden am Pferd, gilt eine Übertragung nach den Erläuterungen im Gespräch als sehr unwahrscheinlich; zwischen 16 und 24 Stunden steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit. Der Grund dafür liegt in einem faszinierenden Mechanismus: Erst während der Blutmahlzeit wandern die Borrelien aus dem Darm der Zecke in deren Speicheldrüse und verändern dabei ihre Oberflächenstruktur. Ausführlich geht es um die schwierige Diagnostik der Borreliose. Welche Aussagekraft haben Antikörpertests? Was verraten unterschiedliche Oberflächenantigene über den Zeitpunkt einer Infektion? Und warum müssen zunächst andere, wahrscheinlichere Ursachen für Lahmheiten, Leistungsabfall oder neurologische Symptome ausgeschlossen werden? Die Experten erklären das „Vier-Säulen-Modell“ der Diagnostik und zeigen, weshalb ein Laborbefund niemals isoliert betrachtet werden sollte. Auch der Einsatz von Antibiotika wird kritisch beleuchtet. Behandelt werden sollte nicht allein aufgrund eines positiven Antikörpertests, sondern bei einer nachgewiesenen Erkrankung oder einem entsprechend erhärteten klinischen Verdacht. Unnötige Antibiotikagaben können Nebenwirkungen verursachen und die Entstehung von Resistenzen fördern. Außerdem richtet die Folge den Blick auf andere durch Zecken übertragene Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem Anaplasmose, FSME und Piroplasmose. Gerade die Anaplasmose wird bei Pferden regelmäßig beobachtet und kann unter anderem hohes Fieber, Ödeme an den Gliedmaßen und punktförmige Einblutungen hervorrufen. Die Experten berichten zudem, dass sich Vektoren und die von ihnen übertragenen Erkrankungen zunehmend weiter nach Norden ausbreiten. Und schließlich geht es um die Frage, was Pferdehalter selbst tun können. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist erstaunlich einfach: Zecken regelmäßig suchen und möglichst früh entfernen. Auch Repellentien und die Möglichkeiten einer Impfung werden eingeordnet. Eine Folge über ein Krankheitsbild, bei dem vor allem eines wichtig ist: Borrelienkontakt, Infektion und tatsächliche Borreliose sind nicht dasselbe. Und genau diese Unterscheidung kann Pferde vor unnötiger Behandlung schützen und helfen, die wirkliche Ursache ihrer Beschwerden zu finden. <iframe src="https://pferdemedizin-heute.podigee.io/43-neue-episode/embed?context=external&theme=default" style="border: 0" frameBorder="0" height="150" width="100%"></iframe>
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