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  • Autoren: Blanton A, Glass K G, Bayer J, Baetge C, Watanabe R, Sampson S N, Lépiz M, Moreno K, Ida K K (2025)
  • Journal: Equine Veterinary Journal
  • Zusammenfassung: aa

Die Aufstehphase nach einer Allgemeinanästhesie gilt beim Pferd als der Abschnitt mit dem höchsten Risiko für Verletzungen von Patient und Personal, und ein erheblicher Anteil der anästhesiebedingten Todesfälle ereignet sich gerade in diesem Zeitraum. Pregabalin bindet an eine Untereinheit präsynaptischer, spannungsabhängiger Kalziumkanäle und drosselt dadurch die Freisetzung erregender Botenstoffe; beim Menschen sowie bei Katze und Pferd wird die Substanz zur Anxiolyse eingesetzt. Wie sich eine vorherige orale Gabe auf die Aufstehphase nach einer Isofluran-Narkose auswirkt, blieb dabei bisher offen. Die vorliegende retrospektive Kohortenstudie ging dieser Frage bei Pferden nach, die zur elektiven Magnetresonanztomographie der Gliedmaßen narkotisiert wurden.

Ausgewertet wurden Krankenakten eines Universitätsklinikums aus dem Zeitraum von Juli 2023 bis August 2024. Eingeschlossen waren gesunde Tiere mit einem Körpergewicht über 400 kg, einem Alter über einem Jahr und einem ASA-Status von I oder II, die nach einem festgelegten Protokoll anästhesiert und mit Kopf- und Schwanzseil unterstützt aufgestanden waren und für die eine vollständige Anästhesieakte einschließlich mindestens einer arteriellen Blutgasanalyse vorlag. Von ursprünglich 159 Pferden verblieben nach Ausschluss von 31 Tieren insgesamt 128 Fälle für die Analyse: 52 Tiere hatten mindestens eine Dosis von 4 mg/kg Pregabalin oral erhalten; 76 bildeten die Kontrollgruppe. Die Pregabalingruppe bekam im Median drei Gaben (Spanne eins bis fünf) mit einer medianen Dosierung von 3,94 mg/kg. Drei verblindete Gutachter beurteilten anhand von Videoaufzeichnungen die Qualität des Aufstehens; eine multivariable lineare Regression diente der Suche nach Einflussgrößen auf die Aufstehzeit.

In der Kontrollgruppe benötigten deutlich mehr Tiere zusätzliches Butorphanol, um vor der Einleitung ausreichend sediert zu sein (23 von 76 gegenüber 4 von 52). Ebenso erhielten während der Untersuchung mehr Kontrolltiere einen Ketaminbolus zur Vertiefung der Narkose (25 von 76 gegenüber 8 von 52). Die mit Pregabalin behandelten Pferde brauchten länger bis zum Stehen, im Median 60 Minuten gegenüber 53 Minuten in der Kontrollgruppe. Auch die Zeitspannen bis zur ersten Bewegung, bis zur Brust-Bauch-Lage und bis zum ersten Aufstehversuch fielen in der Pregabalingruppe länger aus. Die intra-anästhetisch gemessenen pH- und Laktatwerte unterschieden sich zwar statistisch, blieben jedoch im physiologischen Bereich und waren klinisch bedeutungslos. Bei der Qualität des Aufstehens zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen; insgesamt verliefen die Aufstehphasen ausgezeichnet, der überwiegende Anteil wurde als gut eingestuft.

Das endgültige Regressionsmodell wies das Alter, die Gabe von Pregabalin, Acepromazin und Xylazin während der Erholung sowie die Zeit bis zur ersten Bewegung und bis zur Extubation als bedeutsame Faktoren für eine verlängerte Aufstehzeit aus; gemeinsam erklärten diese Größen rund 79 % der Schwankungen. Pregabalin verlängerte den Zeitraum bis zum Stehen um etwa 5,24 Minuten, Acepromazin um sieben Minuten. Je zusätzlichem Milligramm Xylazin pro Kilogramm in der Erholung verlängerte sich die Spanne um knapp 19 Minuten, je weiterem Lebensjahr um etwa 36 Sekunden. Die Übereinstimmung der Gutachter untereinander lag bei 82 %; die Verlässlichkeit innerhalb der einzelnen Beurteiler war nahezu vollständig.

Zusammenfassend trug die vorherige orale Gabe von Pregabalin bei gesunden Pferden zu einer verlängerten Aufstehzeit bei, ohne die Qualität der Erholung zu beeinträchtigen. Zugleich war vor der Einleitung weniger Butorphanol und während des Eingriffs weniger zusätzliches Ketamin nötig, was auf eine verbesserte Sedierung beziehungsweise eine stabilere Narkosetiefe hindeutet. Augenfällige unerwünschte Wirkungen traten dabei nicht auf.