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  • Autoren: Murphy B, Catalano D N (2026)
  • Journal: Journal of Equine Veterinary Science
  • Zusammenfassung: vk

Natrium und Chlorid zählen zu den essenziellen Elektrolyten und sind unter anderem an der neuronalen Reizweiterleitung und an der Kontraktion der Skelettmuskulatur beteiligt. Den Chloridbedarf deckt eine ausreichende Raufutteraufnahme in der Regel ab, den Natriumbedarf dagegen nicht. Die Autoren nennen als Richtgröße 25 g Salz pro Tag, was etwa 10 g Natrium entspricht und die Raufutterration bedarfsgerecht ergänzt. In der Praxis wird Salz häufig zur freien Aufnahme angeboten. Grundlage dafür ist der spezifische Natriumhunger des Pferdes, der bei einem Defizit die gezielte Suche nach Natriumquellen auslöst. Überwiegend kommen dabei Presslecksteine zum Einsatz, die von Selen- und Mineralblöcken bis zu Himalaya-Salz oder gepresstem weißem Salz reichen. Gegenüber losem Salz bieten sie einen geringeren Arbeitsaufwand und lassen sich in unterschiedlichen Haltungsformen einfach einsetzen. Nach bisherigen Forschungsergebnissen steigt mit zunehmender Schweißproduktion die NaCl-Aufnahme. Zur Präferenz verschiedener Salzsorten liegen unterschiedliche Ergebnisse vor. Eine aktuelle Studie von Sill et al. (2024) zeigte eine Präferenz für reines Salz gegenüber Himalaya-Salz. Anlass der vorliegenden Studie war die anekdotisch geäußerte Annahme, die Pferdezunge sei nicht rau genug, um am Pressleckstein ausreichend Salz aufzunehmen, da diese Blöcke ursprünglich für Rinder mit deutlich rauerer Zunge entwickelt wurden. Ziel war es, die Salzaufnahme aus einem gepressten Block und aus losem Salz in einer Schale zu vergleichen.

Die Untersuchung erfolgte bei 16 adulten Pferden (530 ± 51 kg KM; 17 ± 5 Jahre) verschiedener Rassen in moderater Belastung. Die Fütterung bestand aus Heu und einem kommerziellen Ergänzungsfutter, individuell auf den Energie- und Nährstoffbedarf abgestimmt. Laut Heuanalyse und Herstellerangaben lieferte die Grundration 9,5 ± 3,5 g Natrium und 58,5 ± 11,2 g Chlorid täglich. Acht Pferde lebten ganztägig in Einzelpaddocks mit Unterstand, acht standen nachts in der Box und tagsüber zwölf Stunden im Einzelpaddock. Heu stand an allen Standorten kontinuierlich zur Verfügung. Der Versuch lief über vier Wochen, gegliedert in vier Zeiträume zu je sieben Tagen. Zu Beginn jedes Zeitraumes erhielten die Pferde 1,81 kg Salz, entweder als loses weißes Salz oder als gepressten weißen Salzblock. Innerhalb der jeweiligen Haltungsform wurden die Tiere Gruppe A (Start mit Block) oder Gruppe B (Start mit losem Salz) zugeteilt. Die Form wechselte, sodass jedes Pferd beide Formen über je zwei Zeiträume erhielt. Das Salz wurde in Eimern mit flacher Rückwand im witterungsgeschützten Unterstand angeboten, Boxenpferde erhielten die jeweilige Form an beiden Standorten. Zu Beginn und am Ende jedes Zeitraums wurde das Salz gewogen. Die Wasseraufnahme wurde zweimal täglich erfasst. Als Umgebungstemperatur wurde das Tagesmittel aus Höchst- und Tiefstwerten der nächstgelegenen Wetterstation verwendet.

Die Ergebnisse zeigten, dass weder Zeitraum noch Haltungsform die Salzaufnahme beeinflussten. Für die Darreichungsform zeigte sich eine Tendenz, allerdings keine Signifikanz. Loses Salz wurde mit 41 ± 4 g/Tag tendenziell stärker aufgenommen als der Block mit 32 ± 4 g/Tag. Ein Pferd lag mit durchschnittlich 135 g Salz/Tag über allen anderen, die übrigen nahmen zwischen 2 und 84 ± 10 g/Tag auf. Neun von 16 Pferden deckten ihren Natriumbedarf nach NRC auch unter Einbeziehung der Grundration nicht. Die mittlere tägliche Wasseraufnahme lag zwischen 28 und 72 ± 7 l. Ein Effekt der Umgebungstemperatur auf Salz- oder Wasseraufnahme ließ sich nicht nachweisen. Die beobachtete Spannweite von 2 bis 135 g Salz pro Tag deckt sich weitgehend mit den Daten von Schryver et al. (1986) (19 bis 143 g Salz/Tag) und unterstreicht, wie individuell die Salzaufnahme beim Pferd ist. Andere Forschungsergebnisse zeigten zu diesem Thema, dass die Mehrzahl der Tiere den Salzblock nicht nutzte und zu wenig Natrium aufnahm. Zwar zeigte sich in dieser Studie eine Tendenz zugunsten von losem Salz, signifikant war das Ergebnis jedoch nicht. Pferde haben demnach individuelle Vorlieben in Bezug auf die Salzmenge und möglicherweise auch auf die Darreichungsform. Bemerkenswert ist, dass neun von 16 Pferden im Mittel unter der empfohlenen Tagesmenge von 25 g Salz (bezogen auf ein 500-kg-Pferd) blieben. Die Autoren empfehlen, Vorlieben und Arbeitsbelastung des einzelnen Pferdes zu kennen und eine bedarfsgerechte Natrium- und Chloridversorgung sicherzustellen. Pferde, die freiwillig nicht genug Salz aufnehmen, sollten es über die tägliche Futterration erhalten.