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  • Autoren: Bracken A, Tyra H, Vetter M, Kiger K, Rao S, Bass L (2026)
  • Journal: Equine Veterinary Education
  • Zusammenfassung: ag

Die häufigste endokrine Erkrankung beim älteren Pferd (> 15 Jahre) mit einer Prävalenz von 25 % ist die Dysfunktion der Pars intermedia der Hypophyse (PPID). Eine tägliche, lebenslange Gabe von Pergolidmesylat stellt die gängige Therapie dar. Dadurch soll die zu stark ausgeprägte Produktion von Hormonen reduziert werden. Bei einer PPID liegt ein Mikro- oder Makroadenom der Pars intermedia der Hypophyse vor, da die dopaminerge Inhibition durch den Hypothalamus verringert ist und so eine Hypertrophie der Melanotrophen ausgelöst wird. Diese wiederum sind verantwortlich für die Bildung von Proopiomelanocortin (POMC), welches enzymatisch zu adrenocorticotropem Hormon (ACTH) umgewandelt wird. Die Degeneration der dopaminergen Neuronen des Hypothalamus könnte zum einen auf oxidativem Stress beruhen und zum anderen auf einer Akkumulation von Alpha-Synuclein.

Durch die Gabe von Pergolid, welches die Verringerung der POMC-Synthese bedingt, verbesserten sich zum einen die klinischen Symptome bei 76 % der Pferde und die ACTH-Konzentration sank bei 44 % – 74 % der Pferde. Letzteres wurde innerhalb von Stunden festgestellt. Allerdings sind auch Nebenwirkungen bekannt, wie Inappetenz, Kolik, Schwitzen, Diarrhoe, Lethargie und neurologische Symptome. Cabergolin ist ein Dopaminrezeptor-Agonist und wird in der Humanmedizin unter anderem bei Adenomen der Hypophyse verwendet. Bei Pferden wurde nachgewiesen, dass die Prolaktinkonzentration für bis zu 10 Tage reduziert werden konnte. Auch eine Reduzierung der ACTH-Konzentration nach einmal wöchentlicher Verabreichung wurde beschrieben. In der vorliegenden Studie wurden die Auswirkungen einer intramuskulären Gabe von Cabergolin auf die ACTH-Konzentration im Plasma bei Pferden mit PPID evaluiert.

Die Studienpopulation umfasste 12 Pferde – systemisch gesund –, bei denen im vorangegangenen Jahr eine PPID-Diagnose gestellt worden war. Die Diagnose beruhte auf den klinischen Symptomen – Hypertrichose, verzögerter Fellwechsel, Muskelatrophie oder chronischen bzw. rezidivierenden Infektionen – sowie auf den Ergebnissen des TRH-Stimulationstests bzw. des basalen ACTH-Werts. Zusätzlich wurden ein komplettes Blutbild erstellt sowie eine Serumbiochemie durchgeführt. Die Pferde wurden per Zufallsprinzip in Behandlungs- und Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Kontrollpferde erhielten Kochsalzlösung intramuskulär und die Pferde der Therapiegruppe 0,01 mg/kg intramuskulär zweimal im Abstand von 14 Tagen. Über drei Tage nach der Injektion wurden etwaige Nebenwirkungen erfasst; über den gesamten Studienzeitraum wurde die Ausprägung der klinischen Symptome entsprechend PPID dokumentiert. Blutprobenentnahmen und Analyse der ACTH-Konzentrationen erfolgten alle drei Tage bis Tag 50 nach der ersten Injektion.

In der Behandlungsgruppe sank die ACTH-Konzentration von 153,35 pg/mL ± 233,114 auf 24,117 pg/mL ± 6,039 und verblieb unter dem Cut-off-Wert. Die Konzentration sank nach der ersten Injektion des Wirkstoffs zunächst unter den für den jeweiligen Untersuchungszeitpunkt geltenden saisonalen Grenzwert innerhalb von drei Tagen und verblieb in diesem Bereich über 11 Tage. Bis 12 Tage nach der zweiten Injektion verblieb die Konzentration ebenfalls auf diesem Niveau, stieg daraufhin wieder oberhalb des Grenzwertes. 13 Tage nach den Injektionen lagen die Konzentrationen - bis auf einen Messtag - kontinuierlich oberhalb des Grenzwertes. Pferde der Kontrollgruppe zeigten zu keinem Zeitpunkt der Studie Werte innerhalb des Grenzbereichs. Drei von sechs Pferden der Behandlungsgruppe begannen nach der ersten Cabergolin-Injektion mit dem Fellwechsel. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Injektion war die Futteraufnahme reduziert, und ein Pferd entwickelte nach der zweiten Injektion eine geringgradige, vorübergehende Schwellung im Bereich der Injektionsstelle.

Entsprechend der vorgestellten Ergebnisse ist die intramuskuläre Verabreichung von Cabergolin in einer Dosierung von 0,01 mg/kg in der Lage, die ACTH-Konzentration deutlich zu reduzieren, und dies über annähernd 14 Tage. Ein kumulativer Effekt durch die zweite Injektion nach 14 Tagen wurde nicht festgestellt, allerdings fiel die Studie zeitlich mit dem saisonal bedingten Anstieg der ACTH-Konzentration zusammen, sodass eine Überprüfung der Ergebnisse zu anderen Jahreszeiten notwendig ist.