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  • Autoren: Freeman D E, Smith B, Bauck A G, Denagamage T, Moyer E K, Chanutin S (2026)
  • Journal: Veterinary Surgery
  • Zusammenfassung: pp

Bekannte Naht-Techniken zur Anlage einer Jejunozäkostomie basieren auf handgenähten End-zu-Seit-Anastomosen oder auf geklammerten Seit-zu-Seit-Anastomosen. Dabei hat man sich mit postoperativen Komplikationen auseinanderzusetzen. Hierzu gehören insbesondere bei ersteren eine Stoma-Stenose oder gehäufter postoperativer Reflux, bei letzteren eine vom Jejunalstumpf ausgehende Anastomosen-Invagination. In der folgenden klinisch experimentellen Studie sollte eine modifizierte Klammernaht-Anastomose in vereinfachter Form erarbeitet werden.

Hierzu standen 6 ausgewachsene Versuchspferde mit einem Körpergewicht von mehr als 400 kg zur Verfügung. Nach einer Hungerphase von 18 Stunden wurden die Pferde in Vollnarkose in Rückenlage abgelegt, um das ventrale Abdomen über eine Länge von 25 cm zu eröffnen. Nach Hervorlagern und Absetzen des Ileums mittels Stapler wurden die Klammernähte zusätzlich mit einer Cushing-Naht übernäht. Das Zäkum wurde mit zwei Babcock-Zangen im Abstand von 10 cm senkrecht zur Längsachse und in der Mitte der Plica caecocolica angehoben und zwischen den Zangen durch Quer-Inzision eröffnet. Das Jejunum eröffnete man in einer 90 Grad-Schnittführung zum Mesenterialansatz und führte jeweils eine Branche eines GIA-100-Staplers (Directional Staple Technology, Covidien) in beide Darmlumina ein. Das jejunale Ende zeigte Richtung Basis caeci, der Handgriff des Staplers in Richtung Apex caeci. Der Stapler selbst wurde parallel zur dorsalen Taenie und mittig zwischen der dorsalen und der medialen Taenie positioniert. Das Schließen der Branchen des Klammergerätes erfolgte unter Apposition des antimesenterialen Jejunums an die Zäkalöffnung mittig zwischen beiden Babcock-Klemmen. So entstand ein dreiecksförmiges Anastomosen-Lumen, das durch jejunozäkale fortlaufende Appositionsnähte verschlossen wurde. Es folgte eine zweite Nahtschicht. Die vervollständigte Anastomose setzte sich so aus einer Seit-zu-Seit-Anastomose im Bereich der Klammernaht und aus einer End-zu-Seit-Anastomose im Bereich der Appositionsnähte zusammen. Das Mesenterium wurde unter Mitnahme der Plica ileocaecalis verschlossen, die Bauchwand routinemäßig zweischichtig fortlaufend. Die postoperative Versorgung folgte nach üblichen Maßstäben. Eine Woche nach der Operation wurden die Versuchspferde euthanasiert und darauffolgend erfolgte eine Sektion.

Alle 6 Pferde erholten sich rasch von dem Eingriff. Die Länge des resezierten Ileums mit anhängendem Jejunum lag zwischen 72 und 198 cm. Zwei Pferde zeigten vorübergehende Koliksymptome am 5. postoperativen Tag. In der Sektion fanden sich in einem der beiden Fälle Adhäsionen im Bereich der Plica ileocolica, in dem anderen Fall eine milde Typhlokolitis. Dieses und ein weiteres Pferd mit postoperativ asymptomatischem Verlauf wiesen eine Invagination des Ileums auf. Der Zeitaufwand für die Anlage der Anastomose lag im Mittel bei knapp 50 Minuten; die Stoma-Länge betrug durchschnittlich 10 cm. Auf Grundlage vergleichbarer experimenteller Studienbedingungen sehen die Autoren in der hier vorgestellten Methode potentielle Vorteile. Es wird darauf verwiesen, dass Klammernaht-Anastomosen, für die das Zäkum entlang seiner Achse eröffnet wurde, ohne anschließend die Klammernaht zu übernähen, mit einem erhöhten Risiko für Leckagen einhergehen. Ferner wird der in der vorliegenden Studie beschriebenen dreiecksförmigen Stoma-Anlage eine bessere Darmpassage zugeschrieben, als dies bei anderen Anastomosen-Techniken möglich ist, bei denen die Klammernaht eine mehr schlitzförmige Stoma-Öffnung hinterlässt. Ferner böte die hier beschriebene Methode ein vergleichsweise übersichtliches intraluminales Einbringen der Klammerbranchen gegenüber den Methoden, bei denen die Branchen über Stichinzisionen in das Darmlumen eingebracht werden. Erfahrungen in der klinischen Anwendung der hier vorgestellten Anastomosentechnik stehen aber aus.