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  • Autoren: Vaz I S, Silva M B, Maran A P, Almeida M E R, Guimarães E C, Cuervo-Arango J, Silva E S M (2026)
  • Journal: Journal of Equine Veterinary Science
  • Zusammenfassung: ht

Die sonographische transrektale Beurteilung des Endometriumödems sowie der Follikelentwicklung gehört zur routinemäßigen gynäkologischen Untersuchung der Stute und dient vor allem der Bestimmung des optimalen Besamungszeitpunktes. Während Intensität und Rückbildung des Ödems seit Langem als Marker der endometrialen Östrogenwirkung gelten, ist über die Bedeutung der Dauer des Endometriumödems für den weiteren Zyklusverlauf und die Fertilität noch wenig bekannt. Ziel der vorliegenden Feldstudie war daher die Untersuchung, ob die Dauer des Endometriumödems mit weiteren reproduktionsbiologischen Parametern des Östrus und Diöstrus sowie mit der Trächtigkeitsrate in Zusammenhang steht.

In die Untersuchung wurden insgesamt 88 Rossezyklen von 36 klinisch gesunden Stuten verschiedener Rassen im Alter von vier bis zwölf Jahren eingeschlossen. Tiere mit Anzeichen einer Endometritis oder freier intrauteriner Flüssigkeit wurden ausgeschlossen. Die Datenerhebung erfolgte in zwei aufeinanderfolgende Zuchtsaisons unter Praxisbedingungen in Brasilien. Beginnend mit der Luteolyse wurden die Stuten täglich mittels transrektaler Sonografie untersucht. Erfasst wurden die Größe des dominanten Follikels sowie der Grad des Endometriumödems anhand eines etablierten Scores von 0 bis 3. Der Beginn des Östrus wurde definiert als erstmaliges Auftreten eines dominanten Follikels von mindestens 23 mm Durchmesser bei gleichzeitig vorhandenem Endometriumödem von mindestens 1,5 Punkten. Zusätzlich wurden am fünften Tag nach der Ovulation die Größe des Corpus luteum, der Uterustonus sowie bei 28 der 88 Zyklen die Progesteronkonzentration bestimmt.

In 49 der 88 Zyklen erfolgte eine künstliche Besamung; anschließend wurde das Ergebnis anhand einer Trächtigkeitsuntersuchung beziehungsweise einer Embryogewinnung beurteilt. Die Stuten zur Besamung erhielten zur Ovulationsinduktion entweder Histrelin oder Deslorelin und wurden teils mit Frischsperma, teils mit Tiefgefriesperma inseminiert. Bei den nicht besamten Stuten wurde nur bei 41 % eine Ovulationsinduktion verabreicht. Die Trächtigkeitsdiagnose erfolgte bei den inseminierten Stuten entweder durch Embryogewinnung zwischen dem 7. und 9. Tag nach Ovulation oder am 14. Tag transrektal sonographisch. Für die Auswertung wurden die Zyklen anhand der Dauer des Endometriumödems in eine kurze Rosse (≤ 3 Tage) und eine lange Rosse (> 3 Tage) eingeteilt. Zusätzlich erfolgte eine Unterteilung in besamte und nicht besamte sowie in tragende und nicht tragende Stuten. Es erfolgten statistische Analysen, um den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Trächtigkeitswahrscheinlichkeit zu untersuchen.

Etwa 31 % der untersuchten Zyklen wurden der Gruppe mit kurzer Rosse zugeordnet, während knapp 69 % eine längere Ödemdauer aufwiesen. Über alle Zyklen hinweg zeigte sich eine signifikante, wenn auch schwache positive Korrelation zwischen der Dauer des Endometriumödems und dem Durchmesser des präovulatorischen Follikels, dem maximal erreichten Ödemscore sowie dem Uterustonus am fünften Tag nach der Ovulation. Größere präovulatorische Follikel waren darüber hinaus mit größeren Gelbkörpern assoziiert. Beim Vergleich der beiden Rossedauer-Gruppen wiesen Zyklen mit längerer Ödemdauer einen signifikant höheren maximalen Endometriumödemscore auf. Zudem bestand die Tendenz zu einem stärkeren Uterustonus am fünften Tag nach der Ovulation.

Besonders deutlich waren die Unterschiede hinsichtlich der Fertilität. Während lediglich 16,6 % der Stuten mit kurzer Rosse tragend wurden, lag die Trächtigkeitsrate in der Gruppe mit längerer Rosse bei 67,5 %. Parallel hierzu war die mittlere Dauer des Endometriumödems bei tragenden Stuten mit durchschnittlich 5,55 Tagen signifikant länger als bei nicht tragenden Stuten mit 4,31 Tagen. Darüber hinaus war auch die Verwendung von Frischsperma mit höheren Trächtigkeitsraten verbunden. Weder das verwendete Ovulationsinduktionspräparat noch die Nutzung als Embryospenderin oder Zuchtstute hatte einen signifikanten Einfluss auf den Trächtigkeitserfolg.

Zwischen den Progesteronkonzentrationen und den übrigen untersuchten Parametern konnten nur wenige Zusammenhänge nachgewiesen werden. Eine Beziehung zwischen präovulatorischer Follikelgröße und Progesteronkonzentration fand sich lediglich in einer kleinen Untergruppe von Stuten mit kurzer Rosse. Weder zwischen tragenden und nicht tragenden Stuten noch zwischen kurzer und langer Rosse bestanden signifikante Unterschiede der Progesteronwerte. Die Autoren führen dies unter anderem auf die geringe Zahl der untersuchten Blutproben zurück, sodass Aussagen zur lutealen Funktion nur eingeschränkt möglich sind.

Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass nicht allein die Intensität, sondern auch die Dauer der östrogenbedingten Endometriumreaktion für die uterine Vorbereitung auf die Trächtigkeit von Bedeutung ist. Die Autoren vermuten, dass eine längere Östrogenexposition sowohl die Follikelentwicklung als auch die uterine Rezeptivität günstig beeinflussen könnte. Diese Beobachtungsstudie wurde unter Praxisbedingungen durchgeführt, wodurch zahlreiche Einflussgrößen nicht vollständig standardisiert werden konnten. Unterschiede hinsichtlich Spermaqualität, Hengsteinsatz, Besamungsmethode sowie Managementbedingungen könnten die Fertilität zusätzlich beeinflusst haben. Auch war die Gruppe der Stuten mit kurzer Rosse vergleichsweise klein. Darüber hinaus begrenzte die geringe Zahl der für die Progesteronbestimmung verfügbaren Proben die Aussagekraft hinsichtlich der lutealen Funktion. Die Ergebnisse sollten daher vorsichtig interpretiert werden.