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  • Autoren: Friedlund A M, Bracamonte J L, Koziy R V, Epp T, Thomas K L (2026)
  • Journal: Veterinary Surgery
  • Zusammenfassung: sl

Die septische Arthritis wird als schwerwiegende Erkrankung des Pferdes beschrieben, die potenziell lebensbedrohlich ist oder die weitere sportliche Nutzung des Pferdes beenden kann. Bei adulten Pferden entstehen septische Gelenkerkrankungen am häufigsten infolge penetrierender Verletzungen oder einer iatrogenen Kontamination, während bei Fohlen eine hämatogene Ausbreitung am häufigsten vorkommt. In vorausgegangenen Untersuchungen wurden Überlebensraten zwischen 42 und 98 % beschrieben. Die Diagnostik der Erkrankung umfasst insbesondere die zytologische Untersuchung und das Anlegen einer bakteriologischen Kultur der Synovia. Ein intensiver multimodaler Therapieansatz mit lokaler und systemischer Antibiose, Entzündungshemmern, Analgetika und einer Gelenkspülung ist in diesen Fällen indiziert. Durch eine gründliche Spülung sollen Debris, Entzündungsprodukte und Mikroorganismen aus dem Gelenk entfernt werden.

Als Vorteil der Arthroskopie wird beschrieben, dass das Gelenk direkt eingesehen werden kann und dadurch sowohl geschädigter Knorpel als auch hyperplastische Synovialis entfernt werden können. Bei der arthroskopischen Spülung werden große Volumina kristalloider Lösungen empfohlen. Welche Volumina zur effektiven Spülung septischer Gelenke erforderlich sind, ist nicht sicher bekannt. Als Arbeitshypothese der Studie wurde davon ausgegangen, dass unabhängig vom eingesetzten Pathogen 20 Liter Spülflüssigkeit ausreichend für eine negative Bakterienkultur in der Austrittsflüssigkeit seien.

Das Patientengut der experimentellen Studie umfasste elf gesunde adulte Quarter Horses, darunter sechs Stuten und fünf Wallache. Die Tiere wurden zufällig einer von drei Gruppen zugeteilt. Bei vier Pferden wurde durch LPS eine nichtseptische Synovitis hervorgerufen. Vier weiteren Pferden wurde E. coli zur experimentellen Erzeugung einer septischen Arthritis intraartikulär injiziert und drei Pferden S. aureus. Bei allen Pferden wurde die Entzündung im linken mittleren Karpalgelenk ausgelöst. Je nach Gruppenzuteilung wurden 50 ng LPS, 1,0 × 10⁸ KBE E. coli oder ungefähr 0,8 × 10⁶ KBE S. aureus in das Gelenk injiziert.

24 Stunden nach der Injektion wurde das Gelenk unter Allgemeinanästhesie arthroskopisch über einen dorsolateralen Zugang mit 20 Litern Ringer-Laktat-Lösung gespült; nach jedem Liter wurde eine Probe der austretenden Flüssigkeit gewonnen. Anschließend erhielten die Pferde 500 mg Gentamicin intraartikulär sowie über sechs Tage systemisch Penicillin, Gentamicin und Phenylbutazon.

Nach 24 Stunden lagen bei allen Pferden, auch in der LPS-Gruppe, die Gesamtzahl kernhaltiger Zellen und der Gesamtproteingehalt über den Schwellenwerten für eine septische Arthritis (> 30 × 10⁹/l bzw. > 40 g/l). Vor der Inokulation waren alle Kulturen negativ, 24 Stunden danach waren alle sieben Pferde der septischen Gruppen positiv, die LPS-Pferde negativ. In der LPS-Gruppe blieben auch alle Spülproben negativ. Nach einer Spülung mit 1 Liter war die Kultur der Spülflüssigkeit bei zwei von vier E.-coli-Pferden und bei allen drei S.-aureus-Pferden noch positiv, nach 5 Litern bei einem bzw. zwei Pferden. Nach 10 Litern waren zwei Pferde, die nach 5 Litern negativ gewesen waren, erneut positiv. Nach 20 Litern war nur noch ein E.-coli-Pferd positiv. Am Tag nach der Spülung war die Synovia jedoch bei fünf der sieben septischen Pferde erneut bzw. weiterhin kulturell positiv: bei allen drei S.-aureus-Pferden und bei zwei von vier E.-coli-Pferden. Die LPS-Pferde blieben negativ.

Demnach reichte eine Spülung mit 20 Litern nicht aus, um dauerhaft negative Bakterienkulturen zu erzielen. Die Autoren betonen daher die Bedeutung einer postoperativen Synoviauntersuchung als Grundlage für weitere Therapieentscheidungen. Diese Ergebnisse verdeutlichen die bereits bestehende Empfehlung, die Gelenkspülung mit einer systemischen und lokalen antimikrobiellen Behandlung beziehungsweise einer intravenösen regionalen Gliedmaßenperfusion zu kombinieren.

Bei den beiden Pferden, bei denen nach fünf Litern eine negative, nach 10 Litern jedoch wieder eine positive Kultur festgestellt wurde, nennen die Autoren als mögliche Erklärung, dass nach fünf Litern zunächst frei im Gelenk befindliche Bakterien entfernt worden sein könnten, während in der hyperplastischen Synovialis eingeschlossene Bakterien möglicherweise weiterhin vorhanden waren und ein höheres Spülvolumen für ihre Entfernung erforderten. Zusätzlich ist bekannt, dass sowohl E. coli als auch S. aureus Faktoren wie Adhäsionsmoleküle und Biofilme bilden können, die eine Persistenz im Synovialraum ermöglichen.

Bei keinem Pferd wurde eine Synovektomie vorgenommen, obwohl bei allen Tieren während der Operation eine hyperplastische Synovialis dokumentiert wurde. Die Entfernung einer hyperplastischen, infizierten oder entzündeten Synovialis bei septischer Arthritis wurde bereits zuvor zur Verringerung der Bakterienzahl und der Produktion von Entzündungsmediatoren empfohlen. In zukünftigen Untersuchungen sollte geprüft werden, ob eine Synovektomie das erforderliche Spülvolumen beeinflusst. In der vorliegenden experimentellen Untersuchung waren ausschließlich akut erkrankte Pferde beteiligt; die Spülvolumina bei chronisch erkrankten septischen Gelenken mit Fibrin, Pannusbildung und ausgeprägter synovialer Hyperplasie sind nicht ohne Weiteres übertragbar. Als wichtigste Einschränkung der Studie ist die geringe Fallzahl pro Gruppe zu nennen, die statistische Aussagen erschwert. Zudem wurde nur über einen dorsolateralen Zugang gespült; das palmare Kompartiment des Gelenks wurde nicht eröffnet.