Haarlingsbefall tritt bei Pferden insbesondere bei geschwächten, kranken oder geriatrischen Tieren auf und wird häufiger während der Winter- und Frühjahrsmonate beobachtet. Die Übertragung wird durch gemeinsam genutzte Putzutensilien, Halfter, Führstricke sowie engen Tierkontakt begünstigt. Werneckiella equi hat eine Körperlänge von 1 bis 2 mm, einen runden Kopf und Querstreifen am Abdomen. Klinisch zeigen betroffene Pferde Juckreiz und Hautveränderungen in der Regel im Bereich von Kopf, Mähne und Hals. Die Bekämpfung von W. equi erfolgt oft mit Pyrethroiden, allerdings besteht das Risiko einer Resistenzentwicklung aufgrund der häufigen alleinigen Therapie mit diesem Wirkstoff. In vorherigen Studien wurde eine Wirksamkeit von Fipronil für die Behandlung von W. equi bei Pferden nachgewiesen. In diesem Fallbericht wird die Wirksamkeit einer Therapie mit einer 1%igen Fipronil-Pour-on-Formulierung bei 2 Pferden mit natürlichem W. equi-Befall beschrieben. Bei den betroffenen Pferden handelte es sich um einen 22-jährigen Wallach mit einem Gewicht von 500 kg und einen 18-jährigen Wallach mit einem Gewicht von 210 kg. Beide Tiere wiesen einen ausgeprägten Juckreiz im Bereich von Kopf, Widerrist und Kruppe ohne weitere klinische Auffälligkeiten auf. Es wurde ein hochgradiger Haarlingsbefall festgestellt, der überwiegend die dorsalen und dorsolateralen Körperregionen betraf. Zur Diagnosestellung wurden Nissen, Nymphen und adulte Ektoparasiten mit einer Pinzette gesammelt und anschließend im parasitologischen Labor untersucht.
Die Identifizierung erfolgte anhand morphologischer und bildbasierter taxonomischer Schlüssel als Werneckiella equi. Beide Pferde erhielten am Tag 0 einmalig 1 mg/kg einer 1%igen Fipronil-Pour-on-Formulierung. Das Präparat wurde entlang der dorsalen Mittellinie vom Kopf bis zum Schweifansatz aufgetragen. Für die Verlaufskontrolle wurden täglich die klinischen Symptome beurteilt und die Haarlinge auf einer definierten Fläche von 20 × 25 cm in der linken Rippenregion gezählt. Zusätzlich wurde der gesamte Körper auf das Vorhandensein von Haarlingen untersucht. Nachuntersuchungen erfolgten über die folgenden 6 Monate. Bei dem 22-jährigen Wallach wurden am Behandlungstag innerhalb des markierten Untersuchungsareals 600 Haarlinge gezählt. Die Anzahl sank kontinuierlich über die nächsten 7 Tage und lag an Tag 8 bei 0. Bei dem Ponywallach wurden am Behandlungstag 148 Haarlinge gezählt. Auch hier sank die Zahl kontinuierlich und lag an Tag 12 nach der Behandlung bei 0. Nebenwirkungen wurden bei keinem der Tiere festgestellt. Über die nachfolgenden 6 Monate zeigten die Tiere keine Anzeichen eines Haarlingsbefalls. Entsprechend dieses Fallberichts erwies sich die Pour-on-Behandlung mit Fipronil bei diesen 2 Pferden als wirksam zur Elimination der Haarlinge, ohne dass innerhalb der nachfolgenden 6 Monate ein erneuter Befall festgestellt wurde.
