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  • Autoren: Vandersmissen M, Sherlock C E, Fairburn A J, Mair T S (2025)
  • Journal: Equine Veterinary Education
  • Zusammenfassung: pp

Dreidimensionale Bildgebungsverfahren haben die diagnostischen Möglichkeiten muskuloskelettaler Erkrankungen des Pferdes erheblich erweitert. Das MRT hat seine Vorteile im Bereich der Weichteile und des Knochenmarks, das CT im Bereich ossärer Strukturen. Der Cone-Beam-Computertomograph (CBCT) stellt eine in der Anschaffung kostengünstige und platzsparende Variante im Vergleich zum klassischen CT dar. Zudem kann der CBCT am stehenden Pferd eingesetzt werden. In der vorliegenden retrospektiven klinischen Studie sollte die diagnostische Wertigkeit des CBCT mit MRT-Befunden an der distalen Zehe verglichen werden.

Zu diesem Zweck wurden archivierte Aufnahmen von Pferden mit Lahmheiten im Bereich der distalen Zehe, die während eines Jahres in einer privaten Pferdeklinik sowohl mittels MRT als auch mittels CBCT untersucht worden waren, retrospektiv ausgewertet, um die Ergebnisse beider Bildgebungsmodalitäten jeweils innerhalb desselben Falles zu vergleichen. Die Aufnahmen wurden jeweils unter Stehend-Sedation mit Detomidin und Butorphanol durchgeführt. Genutzt wurden ein Niederfeld-MRT (0,27 T) mit offenem Permanent-Magneten (Hallmarq Veterinary Imaging) sowie ein CBCT derselben Firma. Abweichende Befunde ordnete man folgenden Befundkategorien zu: Strahlbeinerkrankung, Arthrose, subchondrale und trabekuläre Knochenläsion, Knochenfragmente, Veränderungen des Proc palmaris und der Hufknorpel, Entheseopathie, Huferkrankung sowie Sehnen- und Bandläsion.

Die Untersuchungen umfassten insgesamt 75 Gliedmaßen (74 Vorder- und eine Hintergliedmaße) von 59 Pferden. Zwei Drittel aller Pferde waren Wallache, das übrige Drittel Stuten. Die Hälfte der Pferde waren Warmblüter, die übrigen Cobs und Kaltblüter sowie Ponies und vereinzelt Vollblüter. Das mediane Alter lag bei 12 Jahren. Diagnostische Anästhesien in Form von distalen Leitungsanästhesien, einer Vier-Punkt-Anästhesie, einer Hufgelenksanästhesie oder einer Anästhesie der Bursa podotrochlearis erfolgten bei 59 Gliedmaßen von 53 Pferden.

Am Strahlbein konnten viele MRT-Befunde, einschließlich vergrößerter Synovialgruben, Fragmentierungen des Distalrandes oder palmarer knöcherner Aussparungen, mittels CBCT nachvollzogen werden. Das galt nicht für Knochenmarksödeme. Dagegen waren arthrotische Veränderungen an Huf- und Krongelenk in manchen Fällen mittels CBCT deutlicher erkennbar als mittels MRT. Dies betraf insbesondere die Verschmälerung des Gelenkspalts und der Knorpelschichtdicke sowie den Nachweis von Osteophyten am Gelenksrand sowie knöcherne Proliferationen im dorsalen Bereich des Kronbeins. Subchondrale oder gelenksnahe trabekuläre Knochendefekte fanden sich im MRT bei 14 distalen Gliedmaßen von 13 Pferden (22 %). Im CBCT fand man diese, aber auch zusätzlich subchondrale Fragmente mit intraartikulärer Beteiligung. Sklerosierungen des lateralen und des medialen Proc. palmaris des Hufbeins zeigten sich in beiden Bildgebungsmodalitäten.

Knochenmarksödeme fielen wiederum nur im MRT auf. Hufknorpelverknöcherungen fanden sich in beiden Modalitäten; die im MRT bereits nachgewiesenen unvollständigen Frakturen der Hufknorpel konnten im CBCT genauer dargestellt werden, der zudem in Einzelfällen zusätzliche, im MRT nicht erkennbare kleine Ossifikationszentren und Fissuren aufwies. Enthesiophyten zeigten sich in beiden Modalitäten entlang der Facies flexoria des Hufbeins sowie im Bereich des Hufbeinansatzes der Kollateralbänder, teilweise in Verbindung mit zystenartigem Verlust angrenzender knöcherner Substanzen. Während das MRT im Hufbein Knochenmarksödeme zeigte, fielen im CBCT verbreiterte Gefäßkanäle auf. Am Tuberculum palmare des Kronbeins stellte der CBCT in einem Fall ein Avulsionsfragment dar.

Bei nahezu jeder 2. Gliedmaße fanden sich im MRT in absteigender Häufigkeit Läsionen der tiefen Beugesehne, der Bursa navicularis, der Ligg. collateralia des Hufgelenks, des Ligamentum anulare digitale distale und in Einzelfällen in sonstigen Bandstrukturen. Diese Weichteilveränderungen waren im CBCT nicht erkennbar, es sei denn, es lagen heterotope Verkalkungen vor. Strukturelle Veränderungen im Bereich des Hufhorns waren raumfordernde Veränderungen, Hufrehe, Hufabszess und Kronsaumfistel sowie penetrierende Verletzungen. Der CBCT lieferte zusätzliche Hinweise auf Gasansammlungen oder auf Veränderungen im Bereich der weißen Linie, die sich im MRT als Artefakte darstellten.

Mittels CBCT fanden sich bei 42 der 59 Pferde zum MRT ergänzende diagnostische Details. Das galt für die Identifizierung von knöchernen Läsionen, insbesondere im Bereich des subchondralen Knochens und der Gelenksränder, von Weichteilmineralisationen und von Hufwandveränderungen. Dafür hat man wenig Chancen, Veränderungen von Weichteilläsionen, insbesondere von Sehnen und Bändern, sowie von Knochenmarksödemen mittels CBCT darzustellen. Die Ergebnisse konnten mangels postmortaler Untersuchungsbefunde nicht pathologisch objektiviert werden. Dennoch kommen die Autoren zu dem Schluss, dass der CBCT den MRT nicht ersetzen kann, auch wenn er in Einzelfällen im subchondralen Knochen, an den Gelenksrändern und im Bereich der Hufkapsel Befunde zeigt, die man allein mittels MRT verpasst hätte.