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  • Autoren: Le Breton A, Storme J, Gibbons J, Lewis N (2026)
  • Journal: Journal of Equine Veterinary Science
  • Zusammenfassung: ht

Die Pilzendometritis ist eine vergleichsweise seltene, für die Fruchtbarkeit der Stute jedoch klinisch bedeutsame Erkrankung. Historisch wurden Pilze bei etwa 1–5 % der infertilen Stuten nachgewiesen; neuere Untersuchungen berichten bei gezielt auf Endometritis untersuchten Stuten höhere Anteile. Die Diagnose ist erschwert, weil sich das klinische Bild kaum von einer bakteriellen Endometritis unterscheidet und Pilze, insbesondere Schimmelpilze, unter den üblichen Kulturbedingungen leicht übersehen werden können. Diese Studie untersucht die klinischen Merkmale und mögliche Risikofaktoren für eine Pilzendometritis, die zeitliche Entwicklung der Nachweishäufigkeit von Pilzen in einem irischen Diagnostiklabor, das Spektrum der isolierten Pilze sowie den diagnostischen Wert der Zytologie von Uteruslavageproben.

Die Untersuchung umfasste zwei Abschnitte. In einer Fallserie wurden Daten von 11 Vollblutstuten ausgewertet, die zwischen 2019 und 2024 aufgrund chronischer Infertilität vorgestellt und bei denen eine Pilzendometritis diagnostiziert worden war. Die Stuten waren 8 bis 18 Jahre alt und hatten sämtlich bereits mindestens einmal abgefohlt. Bei acht von neun Stuten mit vollständiger Reproduktionsanamnese waren zuvor ein Abort oder peripartale Komplikationen wie Dystokie oder Metritis aufgetreten. Neun von elf Stuten waren seit mindestens einem Jahr güst; die übrigen waren trotz mindestens dreier Besamungszyklen nicht tragend geworden. Alle Stuten waren vor der Überweisung mehrfach intrauterin antibiotisch behandelt worden. Bei neun von zehn Stuten mit entsprechenden Angaben war außerdem eine chemische Kürettage des Endometriums mittels intrauteriner Kerosininstillation durchgeführt worden.

Bei sieben Stuten lag eine vollständige Untersuchung des Genitaltraktes vor. Alle wiesen mindestens einen mäßig ausgeprägten anatomischen oder funktionellen Defekt auf, darunter eine ungünstige Vulvakonformation, ein insuffizienter vestibulärer Verschluss, zervikale Veränderungen oder ein pendelnder Uterus. Bei fünf von sieben Stuten fand sich intrauterine Flüssigkeit; zwei zeigten zeitweise Urovagina und Vaginitis. Damit bestätigte die Fallserie bekannte prädisponierende Faktoren, insbesondere Störungen der anatomischen Barrieren des Genitaltraktes und vorausgegangene antimikrobielle Behandlungen. Die sehr häufig vorausgegangene chemische Kürettage wird als möglicher weiterer Risikofaktor diskutiert, ohne dass aus den vorliegenden Daten ein kausaler Zusammenhang abgeleitet werden kann.

Die Diagnostik erfolgte mittels Uteruslavage mit 500 ml bis 1 l Flüssigkeit, anschließender zytologischer Untersuchung und mikrobiologischer Kultur. Von zehn verfügbaren zytologischen Befunden waren sieben hinsichtlich neutrophiler Granulozyten positiv; Pilzelemente, also Hefen oder Hyphen, wurden nur bei drei Stuten erkannt. Bei zehn von elf Stuten gelang ein kultureller Pilznachweis; bei der verbleibenden Stute waren Hyphen zytologisch sichtbar, obwohl weder Bakterien noch Pilze kultiviert werden konnten. Unter den Isolaten fanden sich zu gleichen Teilen Hefen, insbesondere verschiedene Candida-Spezies, und Schimmelpilze wie Aspergillus fumigatus, Mucor spp. und Penicillium spp. Bei fünf von elf Stuten bestand gleichzeitig bakterielles Wachstum.

Die Behandlung von neun Stuten kombinierte eine intrauterine Ansäuerung, uterine Lavage und Oxytocin zur Förderung der uterinen Clearance mit einer spezifischen lokalen antimykotischen Therapie. Eingesetzt wurden vor allem Nystatin, außerdem Amphotericin B oder Miconazol. Anatomische Problematiken wurden bei Bedarf chirurgisch korrigiert, unter anderem mittels Uteropexie, Wiederherstellung eines Caslick-Verschlusses oder weiterer rekonstruktiver Eingriffe. In der folgenden Rosse war die Pilzkultur bei allen behandelten Stuten negativ. Allerdings zeigten sieben von neun anschließend eine positive Bakterienkultur und wurden entsprechend Antibiogramm behandelt. Bei einer Stute trat später erneut eine Pilzinfektion auf. Sechs der neun behandelten Stuten wurden innerhalb von zwölf Monaten tragend, drei noch in derselben und drei in der folgenden Zuchtsaison. Zwei der sechs Trächtigkeiten gingen zwischen Tag 28 und dem fünften Trächtigkeitsmonat verloren; vier Stuten fohlten ab beziehungsweise waren zum Zeitpunkt der Nachbeobachtung länger als fünf Monate tragend.

Im zweiten Studienteil wurden 6.727 zwischen 2019 und 2024 an das Irish Equine Centre eingesandte intrauterine Proben retrospektiv analysiert. Darunter waren 4.367 Tupfer ohne spezielle Pilzkultur, 122 Tupfer mit angeforderter Pilzkultur und 2.238 Uteruslavagen, die routinemäßig sieben Tage auf Sabouraud-Dextrose-Agar inkubiert wurden. Insgesamt waren 220 Proben pilzpositiv, entsprechend 3,3 %. Die Nachweisrate hing stark von Probenart und Kulturbedingungen ab: Sie betrug nur 0,9 % bei Tupfern ohne spezielle Pilzkultur, dagegen 18,9 % bei Tupfern mit Pilzkultur und 7,0 % bei Uteruslavagen. Der Unterschied war hochsignifikant.

Über den Untersuchungszeitraum nahm der Anteil pilzpositiver Proben von Jahr zu Jahr signifikant zu. Von allen Pilzisolaten entfielen 52,7 % auf Hefen und 47,3 % auf Schimmelpilze. Die Kulturbedingungen beeinflussten besonders den Nachweis von Schimmelpilzen: Unter pilzspezifischen Bedingungen waren 51,1 % der Isolate Schimmelpilze, bei lediglich 48-stündiger Standardkultur dagegen nur 30 %. Auch die Inkubationsdauer war relevant. Von den unter pilzspezifischen Bedingungen kultivierten positiven Proben waren nur 52,8 % bereits nach 48 Stunden positiv; ein erheblicher Anteil wurde erst bei der Kontrolle nach sieben Tagen erkannt. Dies unterstreicht, dass eine Pilzendometritis durch eine kurze Standardkultur, insbesondere bei langsam wachsenden Schimmelpilzen, nicht zuverlässig diagnostiziert werden kann.

Besondere klinische Bedeutung hatte die Untersuchung der Zytologie. Analysiert wurden 418 Uteruslavagen mit zytologischem Befund und negativer Bakterienkultur. Bei 38 Proben bestand ausschließlich Pilzwachstum. Mehr als zwei polymorphkernige neutrophile Granulozyten pro High-Power-Field zeigten eine Sensitivität von lediglich 39,5 %, aber eine Spezifität von 91,3 %. Der direkte Nachweis von Pilzelementen war mit 44,7 % ebenfalls wenig sensitiv, jedoch mit 99,7 % hochspezifisch. Ein positiver zytologischer Pilznachweis ist damit stark verdächtig, eine negative Zytologie kann eine Pilzinfektion dagegen keinesfalls ausschließen. Für die Praxis ist außerdem relevant, dass 72 % aller pilzpositiven Laborproben gleichzeitig bakterielles Wachstum zeigten. Eine positive Bakterienkultur sollte daher nicht automatisch als alleinige Ursache einer Endometritis angesehen werden. Bei klinischem Verdacht sollte eine Pilzkultur ausdrücklich angefordert und ausreichend lange inkubiert werden. Die Autoren empfehlen insbesondere bei neutrophiler Entzündung oder sichtbaren Pilzelementen ohne bakterielles Wachstum eine verlängerte Kultur auf geeignetem Pilzmedium beziehungsweise eine erneute Probenentnahme.

Auch die antimykotische Resistenz wird als zunehmendes Problem hervorgehoben. In der Fallserie war ein Mucor-Isolat gegenüber sieben Wirkstoffen aus drei Antimykotikaklassen resistent und nur gegenüber Miconazol empfindlich. Die Durchführung von Resistenztests war allerdings wegen langer Bearbeitungszeiten, begrenzter Verfügbarkeit und hoher Kosten nur in wenigen Fällen möglich. Insgesamt zeigen die Daten, dass die Pilzendometritis weiterhin eine diagnostisch und therapeutisch anspruchsvolle Erkrankung darstellt. Die im Untersuchungszeitraum beobachtete Zunahme, die häufige bakterielle Koinfektion und die geringe Sensitivität der Zytologie sprechen für eine konsequente, gezielte mykologische Diagnostik. Gleichzeitig kann die Zytologie wegen ihrer hohen Spezifität frühzeitig wichtige Hinweise liefern.