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  • Autoren: Tydén E, Hellings I R, Toft Nielsen K, Bergren A, Holmgren I, Attin S, Pihl T, Kendall A, Hedberg Alm Y (2026)
  • Journal: Equine Veterinary Journal
  • Zusammenfassung: sd

Parascaris spp. kommen häufig bei Fohlen vor. Bei hoher Befallsstärke können sie zu lebensbedrohlichen Verlegungen des Dünndarms führen. Durch die zunehmende Resistenz gegen Anthelminthika könnte die Bedeutung solcher Erkrankungen weiter zunehmen. In der vorliegenden retrospektiven Studie sollte das Auftreten sowie das kurzfristige Überleben von chirurgisch behandelten Dünndarmläsionen aufgrund von Parascaris spp. bei Jungpferden untersucht werden. Hierzu wurden Krankenakten von sechs skandinavischen Pferdekliniken über einen Zeitraum von sieben bis 15 Jahren ausgewertet. Eingeschlossen wurden Pferde im Alter von über einem Monat bis unter zwei Jahren. Alle Pferde waren aufgrund einer Kolik chirurgisch behandelt worden. Erfasst wurden Alter, Rasse, chirurgische Diagnose, das Vorliegen einer Parascaris-Infektion, eine unmittelbar vorausgegangene anthelmintische Behandlung und das kurzfristige Überleben bis zur Entlassung aus der Klinik.

Eine Parascaris-Infektion lag per Definition dann vor, wenn Rundwürmer im Darm oder im nasogastrischen Reflux sichtbar waren. Insgesamt wurden 233 chirurgische Fälle ausgewertet. Bei 123 Pferden (52,8 %) lagen Läsionen des Dünndarms vor. Insgesamt wurden bei 32 von 233 Pferden (13,7 %) Parascaris-assoziierte Dünndarmläsionen festgestellt. Das entspricht 26,0 % aller Dünndarmläsionen (32/123). Bei 14 Fohlen (6,0 %, 14/233) handelte es sich um eine Askaridenobstipation, bei 18 weiteren Pferden um andere Dünndarmläsionen ohne Verlegung durch Askariden. Bei sieben der 14 Fohlen mit Askaridenobstipation bestanden Begleitläsionen. Bei drei Fohlen lagen eine Inkarzeration und/oder ein Volvulus des Dünndarms (bei einem davon auch des Dickdarms) sowie bei einem von ihnen ein Abszess vor, bei vier Fohlen eine durch die Obstipation verursachte Ruptur oder Perforation des Dünndarms. Bei den nicht durch eine Obstipation verursachten Parascaris-assoziierten Dünndarmläsionen handelte es sich unter anderem um Invaginationen, Volvulus, Enteritis mit fokalen parasitären Läsionen und Strangulationen.

Nur vier der 14 Fohlen mit Askaridenobstipation überlebten bis zur Entlassung. Von den 14 Fohlen mit Askaridenobstipation mussten sieben bereits während der Operation euthanasiert werden, bei vier davon lag eine Ruptur beziehungsweise Perforation des Jejunums vor. Von den Tieren mit Parascaris-assoziierten Dünndarmläsionen ohne Obstipation durch Askariden überlebten acht der 18 Pferde bis zur Entlassung. Das kurzfristige Überleben aller 32 Pferde mit Parascaris-assoziierten Dünndarmläsionen betrug lediglich 38 % (12/32). Die allgemeine kurzfristige Überlebensrate nach Laparotomie betrug bei allen Pferden 58,8 % (137/233) und bei Pferden unter einem Jahr 47,8 % (64/134). Die geringe Überlebensrate der Askaridenobstipationen könnte unter anderem mit dem häufigen Auftreten schwerer Begleitläsionen, insbesondere Darmrupturen und -perforationen, zusammenhängen; aufgrund der geringen Fallzahl ist diese Interpretation jedoch mit Vorsicht zu betrachten.

Bei sechs der 14 Fohlen mit Obstipation war innerhalb von zwei Tagen vor der Vorstellung eine Entwurmung erfolgt. Fünf Fohlen waren innerhalb von 24 Stunden behandelt worden, vier davon mit Pyrantel und eines mit Fenbendazol; ein weiteres Fohlen erhielt zwei Tage zuvor Ivermectin. Fünf Fohlen waren mindestens eine Woche zuvor behandelt worden und drei waren nie anthelminthisch behandelt worden. Die Autoren diskutieren, dass eine kürzlich erfolgte Behandlung zur Entstehung einer Obstruktion beitragen könnte, weisen jedoch darauf hin, dass dazu keine kontrollierten Studien vorliegen und ein von der Wirkstoffklasse abhängiges Risiko spekulativ bleibt. Aufgrund der zunehmenden Resistenz von Parascaris-Populationen gegen verschiedene Anthelminthika wird außerdem eine Kontrolle der Wirksamkeit der eingesetzten Präparate als wichtig angesehen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Parascaris-assoziierte Läsionen einen erheblichen Anteil der chirurgisch behandelten Dünndarmerkrankungen bei jungen Pferden ausmachten und insbesondere Fohlen unter einem Jahr betroffen waren. Als Risikofaktoren für eine Parascaris-Infektion werden das junge Alter, eine hohe Infektionsbelastung in größeren Beständen und häufige Pferdebewegungen genannt. Die Autoren betonen, dass die Parasitenkontrolle nicht ausschließlich auf Anthelminthika beruhen sollte. Auch Managementmaßnahmen zur Verringerung der Parasitenbelastung, einschließlich geeigneter Weidebewirtschaftung, werden als wichtig angesehen.

Die Aussagekraft der Studie ist durch ihren retrospektiven Charakter, die geringe Fallzahl, fehlende Daten zu Haltungs- und Managementbedingungen sowie fehlende Daten zu euthanasierten Pferden ohne Operation eingeschränkt. Zudem können Unterschiede zwischen Kliniken und eine Auswahl der operierten Fälle die Ergebnisse beeinflusst haben. Zusammenfassend stellten Parascaris-assoziierte Läsionen einen beträchtlichen Anteil der chirurgisch behandelten Dünndarmläsionen bei Pferden im Alter von über einem Monat bis unter zwei Jahren dar und waren mit einer schlechten kurzfristigen Prognose verbunden. Angesichts der zunehmenden Anthelminthikaresistenz und des Auftretens multiresistenter Parascaris-Populationen sind Managementmaßnahmen zur Verringerung der Parasitenbelastung und Kontrollstrategien erforderlich, die nicht ausschließlich auf der Anwendung von Anthelminthika beruhen.